Ich vermeide Auseinandersetzungen mit dem herrlichen Kind, wann immer es geht. Nicht aus einer pädagogischen Überlegung heraus, sondern weil es mich so anstrengt. Wenn es egal ist, gebe ich nach. Oder ich lenke ihn ab. Ich besteche und manipuliere, locke ihn, lasse es gut sein. Aber ich kämpfe nicht gerne mit ihm. Es fühlt sich vorher immer so falsch an. Währenddessen ist es gar nicht so schlimm meistens und hinterher manchmal richtig gut. Weil es ja auch so sein muss, es gehört dazu. Es ist vorgesehen. Meine Stiefmutter hat den sehr klugen Satz gesagt "Wenn kämpfen, dann gewinnen - aber wenig kämpfen." Heute morgen war jede Kleinigkeit ein Kampf, ein Drama. Wickeln, anziehen, eincremen sowieso und Zähneputzen besonders. Ich musste ihn auf dem Boden fixieren, um seine kleinen Zähnchen zu putzen. (Dabei habe ich gesehen, warum er am Wochenende Fieber hatte - tatsächlich sind auch für einen so kleinen Menschen acht Backenzähne vorgesehen, nicht vier, wie ich gehofft hatte.) E...